Präsenzunterricht stoppen

Pressemitteilung
Berlin 02.04.2021


Lehrerimpfung abgesagt – Präsenzunterricht an beruflichen Schulen stoppen
Mickmann: „Bildungsverwaltung versetzt Lehrkräfte und Schulorganisation in eine unglaubliche Situation. Sie macht fassungslos.“

Leider kein Aprilscherz! Die Senatsbildungsverwaltung hat am 01. April 2021 das Impfangebot an die Beschäftigten beruflicher Schulen zurückgenommen. Verantwortlich dafür sind die diffusen Entwicklungen rund um das Vakzin des Herstellers „AstraZeneca“. Der politische Wirrwarr um die Impforganisation in Deutschland ist hinlänglich bekannt. Seit dem 17. März 2021 verdoppelten sich die Inzidenzwerte. 90 Prozent der aktuellen Corona-Fälle sind auf die britische Mutante zurückzuführen. Lehrkräften an beruflichen Schulen sind in der so genannten „Prioritätsgruppe 3“ eingestuft und gehören unverständlicherweise damit nicht zu den systemrelevanten Berufen. Die Senatsbildungsverwaltung hält nach wie vor am Präsenzunterricht in beruflichen Schulen fest.

„Die Wahrscheinlichkeit, sich in der Schule anzustecken, ist wesentlich höher als je zuvor. Wenn die Schulen offenbleiben sollen, hat der Senat klare Regelungen für die Tests zu definieren, einen verbindlichen Impfweg aufzuzeigen und ein für die Umsetzung erforderliches personelles Unterstützungssystem bereitzustellen“, fordert der Pressesprecher des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen Landesverband Berlin (VLW) Diplom-Handelslehrer Jens-Peter Mickmann. Unmissverständlich klar muss es nach Ansicht des VLW sein, dass sich Testunwillige oder nicht getestete Personen in Schulen nicht aufhalten dürfen. Für den VLW ist die Anpassung der Impfpriorität für die Lehrkräfte an beruflichen Schulen unerlässlich.

Die Senatsbildungsverwaltung versetzt die Lehrkräfte und die Schulorganisation in eine unglaubliche Situation. Sie macht fassungslos. Die beruflichen Schulen setzen die geforderten Hygieneauflagen zeitnah und passgenau um. Die Selbsttests wurden an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben. Das Verhalten der Schülerinnen und Schüler vor und in der Schule ist schwer zu kontrollieren. Das bezieht sich auf das Tragen der Masken, Abstand halten sowie auf die Frage, wie verhalten sich die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Schule und umgekehrt. Darüber hinaus ist der private Umgang mit den zur Verfügung gestellten Test unklar. So können die Tests etwa freihändig verkauft werden.

„Konsequentes politisches Handeln im Sinne des Gesundheitsschutzes ist jetzt gefordert! In den Schulen kommen viele Menschen auf engem Raum zusammen. Tests haben unter Aufsicht verbindlich stattzufinden oder Testbescheinigungen müssen taggenau vorgelegt werden. Erst wenn alle Maßnahmen verbindlich und praxistauglich umgesetzt sind, ist ein Präsenzunterricht möglich.“, fordert der VLW-Pressesprecher Mickmann.


Jens-Peter Mickmann
VLW-Pressesprecher


pdf vLw_Presseerklaerung_2021_1211-Praesenzunterricht-stoppen
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