In Impfzentren der Turnhallen die Pandemie bekämpfen

Pressemitteilung
Berlin 06.08.2021


In Impfzentren der Turnhallen die Pandemie bekämpfen
Mickmann: Umsetzung nicht auf die Beruflichen Schulen abwälzen!

Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) Landesverband Berlin unterstützt die Initiative der Senatsbildungsverwaltung, niederschwellige Impfangebote an den Beruflichen Schulen anzubieten. Berufliche Schulen unterscheiden sich von den allgemeinbildenden Schulen. An Beruflichen Schulen lernen überwiegend volljährige Schüler, die eigene Entscheidungen und damit losgelöst von den Erziehungsberechtigten treffen können.

Wenn Impfen einerseits den Einzelnen und andererseits die Gemeinschaft schützt, dann gilt das auch für die Schule. Durch das Impfen kann der weitere Verlauf der Pandemie beeinflusst und hoffentlich letztlich ganz eingedämmt werden“, sagt Dipl.-Hdl. Jens-Peter Mickmann, stellvertretender Landesvorsitzender und Pressesprecher des BvLB Berlin.

Die an den Beruflichen Schulen sukzessive stationierten Impfzentren in den Turnhallen sind dazu geeignet, die Beruflichen Schulen zu einem möglichst sicheren Ort zu entwickeln und den wichtigen Präsenzunterricht allerorts dauerhaft zu gewährleisten“, sagt Dipl.-Hdl. Jens-Peter Mickmann, stellvertretender Landesvorsitzender und Pressesprecher des BvLB Berlin. Die jetzt an den Schulen praktizierten Impfzentren ähnlich den Abläufen der bereits jahrelang etablierten Blutspendenaktionen.

Der BvLB Landesverband Berlin fordert die Senatsbildungsverwaltung auf, die Beruflichen Schulen bei der Organisation und Umsetzung der Impfzentren nicht auf sich alleine zu stellen bzw. die Implementation auf die Schulen abzuwälzen. „
Die bisher seitens des Senats formulierten Umsetzungsstrategien der Impfzentren sind sehr unklar und beantworten nicht, wie die Schulen beim Auf- und Abbau der kompletten Impfzentren in den Turnhallen unterstützt werden sollen“, beschreibt der stellvertretende BvLB-Landesvorsitzende Mickmann die Handlungsaufforderung an die Senatsbildungsverwaltung.

Der BvLB Berlin weist deutlich daraufhin, dass es sich bei der an den Schulen angebotenen Impfmöglichkeit nicht um eine „
Impfpflicht durch die Hintertür“ handeln darf. „Es muss immer eine freiwillige und damit individuelle Entscheidung der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte für oder gegen eine Impfung bleiben“, hebt Pressesprecher Mickmann für den BvLB Berlin hervor.

Insgesamt schützen die Beruflichen Schulen gleichermaßen die Ausbildungsbetriebe und damit das Herzstück des wirtschaftlichen Lebens. „
Es geht darum, einerseits möglichst sichere Schulen zu schaffen und andererseits zu verhindern, dass die Auszubildenden das Virus in die Unternehmen tragen, um auch die Betriebe und damit die Wirtschaftskraft Deutschlands zu erhalten“, beschreibt Jens-Peter Mickmann die Vorteile des berufsschulischen Impfangebotes. Für den BvLB Berlin sind geimpfte Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler ein Garant für einen reibungslosen und erfolgreichen Unterricht.

Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. setzt sich bundesweit für die Interessen von über 120.000 Lehrkräften und ca. 2,4 Millionen Schülerinnen und Schüler ein, die an den beruflichen und berufsbildenden Schulen in Deutschland lehren und lernen.


Jens-Peter Mickmann
stellv. Landesvorsitzender BvLB
Pressesprecher


pdf BvLB_PM_2021_02-Impfzentren-in-Turnhallen
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Schulstart 2021

Pressemitteilung
Berlin 06.08.2021


Blinder Aktionismus der Berliner Senatsbildungsverwaltung – Lernstandserhebungen gehen an der Schulwirklichkeit vorbei – Lehrermangel weiterhin akut

Wie verhält sich die schulische Situation zum Beginn des neuen Schuljahres in Berlin? Die Forderung des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung Landesverband Berlin e. V. (BvLB Berlin), die Lehrkräfte in Berlin zu verbeamten, ist drängender und aktueller denn je. Der akute Lehrermangel in Berlin ist zum Ende der Berliner Legislaturperiode weiterhin eklatant.

700 Lehrerinnen und Lehrer, darunter eine große Zahl an frisch ausgebildeten ehemaligen Referendarinnen und Referendaren, haben das Land Berlin in das Umland, aber auch in andere Bundesländer verlassen. In anderen Bundesländern werden die Lehrkräfte selbstverständlich verbeamtet!

Von 33.000 Lehrkräften in Berlin sind 7.000 Quereinsteiger ohne Lehramtsstudium. Personell brennt es an allen Ecken und Enden an den Berliner Schulen. Der Senatsbildungsverwaltung ist es nicht gelungen, dem signifikanten Lehrermangel in Berlin erfolgreich zu begegnen“, beschreibt Jens-Peter Mickmann, stellvertretender Landesvorsitzender und Pressesprecher des BvLB Berlin die schulische Situation zum Ferienende.

Die Berliner Schulen starten mit einem Hygienekonzept, das eine Maskenpflicht in den ersten drei Wochen für alle in der Schule Tätigen vorschreibt. „
Wie es im Anschluss aussieht, ist nicht bekannt. Wir fliegen auf Sicht“, prognostiziert BvLB-Pressesprecher Mickmann den Schulstart 2021/2022.

Die Senatsbildungsverwaltung verpflichtet die Beruflichen Schulen, Lernstandserhebungen für das zweite und dritte Ausbildungsjahr in den Ausbildungsberufen durchzuführen. Die verpflichtende Vorgabe der Senatsverwaltung sieht zwei Lernstandsgespräche pro Schülerin bzw. Schüler je Schulhalbjahr vor.

Für den BvLB Berlin steht fest, dass Frau Senatorin Scheeres (SPD) ihren festen Blick auf die Schülerinnen und Schüler während der Coronazeit im Wahlkampf unter Beweis stellen möchte. „
Die so genannten Lernstandserhebungen setzen hohe zeitliche Kapazitäten voraus und bedeuten eine enorme Arbeitsbelastung für die Lehrkräfte. Organisatorisch ist das administrativ Vorgegebene in den Schulen nicht zu leisten“, ärgert sich Mickmann. Die finanziellen Ressourcen reichen bei weitem nicht aus, um qualitativ hochwertige Dozentinnen und Dozenten für „Nachhilfe- und Wiederholungskurse“ zu gewinnen. Für den BvLB Berlin gilt: Was gut gemeint ist, ist wieder einmal nicht gut gemacht. Dieser Weg sollte nach der Abgeordnetenhauswahl zugunsten der Beruflichen Schulen in Berlin verlassen werden.
Der BvLB Berlin wünscht sich im Wahlkampf eine an den Schülerinnen und Schülern sowie den Beruflichen Schulen mit ihren Lehrkräften insgesamt orientierte Perspektive. Die Senatsverwaltung für Bildung zeigt aus Sicht des BvLB Berlin blinden Aktionismus vor der bevorstehenden Abgeordnetenhauswahl. Das hektische Handeln der Senatsbildungsverwaltung kurz vor Ferienende stellt die in den Beruflichen Schulen Handelnden vor sehr starke organisatorische Herausforderungen. Aus Sicht des BvLB Berlin ist dies weder nötig noch angemessen.


Jens-Peter Mickmann
stellv. Landesvorsitzender BvLB
Pressesprecher


pdf vLw_Presseerklaerung_2021_15-Schulstart-2021
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