Verbeamtung nach der Wahl

Pressemitteilung
Berlin 28.09.2021


BvLB fordert Wort halten der Bildungspolitik nach der Wahl Mickmann: „Verbeamtung der Lehrkräfte an Beruflichen Schulen jetzt!“

Für den Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung Landesverband Berlin (BvLB Berlin) gilt mit Blick auf die Politikerinnen und Politiker: Das, was vor der Wahl in Aussicht gestellt wurde, ist auch nach der Wahl zu halten. Bis zum Schuljahr 2021/2022 verließen in den letzten vier Jahren mehr als 3.200 Lehrkräfte das Land Berlin. Allein zum jetzigen Schuljahr waren es knapp 700 Lehrerinnen und Lehrer.

Vor der Wahl hieß es von den Parteien, besonders von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) als der Siegerin bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, sie wolle die Lehrkräfte in Berlin verbeamten. „
Wir nehmen die SPD nach der Wahl beim Wort. Jetzt muss die Verbeamtung für alle Lehrkräfte an Beruflichen Schulen festgeschrieben und kurzfristig umgesetzt werden. Versprochen und gebrochen darf nicht die Maxime eines neuen Berliner Senats werden“, fordert der stellvertretende Landesvorsitzende und Pressesprecher des BvLB Berlin Dipl.-Hdl. Jens-Peter Mickmann.

Für den Verband ist klar, dass beim Verbleiben im Status quo weitere Lehrkräfte in sehr großer Zahl ihre beruflichen Aufgaben in anderen Bundesländern wahrnehmen werden. In allen übrigen Bundesländern werden die Lehrkräfte an Beruflichen Schulen verbeamtet. Das muss jedem Berliner Bildungspolitiker sonnenklar sein.

Der BvLB Berlin sieht den Berliner Senat aktiv gefordert, den Lehrermangel zu beseitigen, in dem er durch für potentielle Lehrkräfte nachvollziehbare und wertschätzende Maßnahmen eine erfolgreiche Lehrergewinnung organisiert.

Das Kerngeschäft einer Lehrkraft ist der Unterricht. Hierfür hat die Senatsbildungsverwaltung die Schulen mit den dafür nötigen personellen und technischen Ressourcen auszustatten. Die Lehrkräfte sind von belastenden Verwaltungsaufgaben zu entlasten“, stellt BvLB-Pressesprecher Mickmann die konkreten bildungspolitischen Forderungen seines Verbandes heraus.


Jens-Peter Mickmann
stellv. Landesvorsitzender BvLB
Pressesprecher


pdf BvLB_PM_2021_05-Verbeamtung-nach-der-Wahl
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Ablehnung geänderter Schulgesetze

Pressemitteilung
Berlin 11.09.2021


BvLB Berlin lehnt Änderungen des Berliner Schulgesetztes ab Mickmann: „Im Hauruckverfahren soll eine Schuldeform beschlossen werden!“

Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung Landesverband Berlin (BvLB Berlin) lehnt die vom Rot-Rot-Grünen Senat geplante „Beschlussfassung über das Vierte Gesetz zur Änderung des Schulgesetzes“ kategorisch ab. „Im Hauruckverfahren soll noch vor der Wahl am 26.09.2021 mit der aktuellen Mehrheit im Abgeordnetenhaus eine Schulreform beschlossen werden, die eine Schuldeform bedeutet“, so Diplom-Handelslehrer Jens-Peter Mickmann, Pressesprecher des BvLB Berlin.

Aus Sicht des BvLB Berlin nimmt der aktuelle Senat die Lebenswirklichkeit an den Berliner Schulen nicht zur Kenntnis und setzt fulminant die falschen Schwerpunkte. Das Land Berlin belegt in nahezu sämtlichen Bildungsvergleichen einen der letzten beiden Plätze.

Für den BvLB bestehen die bildungspolitischen Berliner Herausforderungen in der Beseitigung des eklatanten Lehrermangels, der Entbürokratisierung des Schulalltages, Sprachförderung und einer deutlich ausgeweiteten Handlungs- und Entscheidungsfreiheit der Schulleitungen. „
Darüber hinaus fordern wir gebetsmühlenartig die Verbeamtung der Berliner Lehrkräfte. Mit diesem Schulgesetz duckt sich der derzeitige Senat vor seinen eigentlichen Aufgaben weg“, stellt der stellvertretende Landesvorsitzende Mickmann ein zentrales Ziel des BvLB Berlin heraus.

Der BvLB Berlin lehnt die Bildung eines „mit der heißen Nadel“ konstruierten Klassenrates ab. Die schulorganisatorische Umsetzung ist zum aktuellen Zeitpunkt völlig ungeklärt. Ebenso stellt der BvLB Berlin die geänderten haushaltspolitischen Kompetenzen der Schulkonferenz infrage. Nahezu sämtliche haushalterischen Regelungen sind mit der Schulkonferenz zu diskutieren. Für den BvLB bedeutet dies ein Misstrauen gegenüber den Schulleitungen sowie absolut lange Entscheidungs- und Beschlusswege. Darüber hinaus schließt sich der BvLB Berlin ausdrücklich nicht der vom Rot-Rot-Grünen Senat in der Gesetzesvorlage gewünschten Stimmberechtigung von Erst- bis Sechstklässlern in Bezug auf Haushaltsangelegenheiten in der Schulkonferenz an.

Das Kerngeschäft einer Schule bildet der Unterricht. Die hierfür nötigen Ressourcen gehören in den Fokus der Bildungspolitik. Das lässt der aktuelle Senat akut vermissen. Die Diskussion über die Einführung von basisdemokratischen Elementen in der Schule lenkt von den eigentlichen Problemen im Berliner Schulsystem ab“, bedauert Jens-Peter Mickmann die bildungspolitische Ausrichtung der Senatsbildungsverwaltung.


Jens-Peter Mickmann
stellv. Landesvorsitzender BvLB
Pressesprecher


pdf BvLB_PM_2021_04-Aenderung-Schulgesetz
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Politik muss Berufliche Bildung in den Fokus nehmen

Pressemitteilung
Berlin 01.09.2021


Ausbildungsmarkt: Politik muss Berufliche Bildung in den Fokus nehmen Mickmann: „Auszubildende von heute sind die Fachkräfte von morgen!“


Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung Landesverband Berlin e. V. (BvLB Berlin) zeigt sich besorgt über die aktuelle Situation am Ausbildungsmarkt. „Die Welt beneidet uns um das deutsche System der dualen Berufsausbildung. Die Jugendarbeitslosigkeit wird minimiert und jungen Menschen wird eine Zukunftsperspektive gegeben“, lobt Diplom-Handelslehrer Jens-Peter Mickmann, stellvertretender Landesvorsitzender und Pressesprecher des BvLB Berlin. Die aktuellen Zahlen auf dem Ausbildungsmarkt lassen aufhorchen.
Der BvLB Berlin informiert: Im Jahr 2020 haben nur 465.700 junge Leute in Deutschland einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 ergibt sich eine Lücke von 47.600 oder 9,3 Prozent weniger Auszubildenden. Seit 1977 ist dies der größte prozentuale Rückgang. In diesem Jahr wurden als erstes die Zahl der Ausbildungsverträge statistisch erfasst. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist damit erstmals unter 500.000 gefallen.
Die Branchen Gast- und Verkehrsgewerbe sind besonders betroffen. „
Offenbar wirkt hier die Pandemie extrem, da hier der „Leidensdruck“ im Lockdown am höchsten war“, beschreibt Pressesprecher eine potentielle Ursache.
Der Frauenanteil an den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen liegt bei 36,2 Prozent. 2010 wurde noch ein Wert von 41,8 Prozent festgestellt. Insgesamt schlossen im vergangenen Jahr 52.100 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Vertrag für eine Berufsausbildung ab. Dieser Wert sinkt im Jahr 2021 um 12,6 Prozent im Vergleich zu 2019.
Teilweise boten manche Branchen auch weniger Ausbildungsplätze an. Dennoch fällt der Rückgang an Ausbildungsplatzbewerbern um 35.000 extrem auf. Die ausbildenden Unternehmen äußern, das durch Corona weniger Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz vorhanden sind. Die jungen Menschen wurden im Lockdown weniger persönlich in Schulen und Jobagenturen beraten. Es fanden wenigen Ausbildungsmessen und Praktika statt. Die Sorgen um einen sicheren Ausbildungsplatz nehmen zu.
Das Streben vieler Eltern und damit auch der Schülerinnen und Schüler hin zum Abitur und einem anschließenden Studium nimmt dramatisch zu. Dieser Trend zeichnet sich seit Jahren ab. Vermutlich hat dieser in Zeiten von Corona noch einmal Fahrt aufgenommen“, interpretiert Jens-Peter Mickmann vom BvLB Berlin.
Für den BvLB Berlin wirkt sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt dramatisch auf den Wirtschaftsstandort Deutschland aus. Die berufliche Bildung liegt zunehmend darnieder. Es fehlen die Fachkräfte an allen „
Ecken und Enden“ und nicht nur Pflegekräfte. „Wer aktuell einen Handwerker sucht, der spürt die jahrelangen Fehlentwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt“, benennt Mickmann die praktischen Folgen.
Die Politik hat die berufliche Bildung in Deutschland nicht im Blick. Aus Sicht des BvLB verspielt die Bildungspolitik damit den Wirtschaftsstandort Deutschland. „
Gut ausgebildete Menschen garantieren qualitativ hochwertige Produkte, die auf internationalen Märkten verkauft den Wohlstand Deutschlands sichern. Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen“, weist Pressesprecher Mickmann auf die Position seines Verbands hin.



Jens-Peter Mickmann
stellv. Landesvorsitzender BvLB
Pressesprecher


pdf BvLB_PM_2021_03-Ausbildungsmarkt-2021
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